{"id":270,"date":"2012-02-28T16:40:59","date_gmt":"2012-02-28T15:40:59","guid":{"rendered":"http:\/\/draether.wordpress.com\/?p=270"},"modified":"2014-02-25T23:54:54","modified_gmt":"2014-02-25T22:54:54","slug":"uber-verschiedene-arten-eine-treppe-herab-zu-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/happycentric.de\/wordpress\/blog\/2012\/02\/28\/uber-verschiedene-arten-eine-treppe-herab-zu-kommen\/","title":{"rendered":"\u00dcber verschiedene Arten, eine Treppe herab zu kommen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Manchmal steht man einfach auf dem Schlauch. Ist mit der Nase so dicht dran, dass man den Wald vor B\u00e4umen nicht mehr sieht. L\u00e4uft und l\u00e4uft auf immer gleiche Weise im Hamsterrad oder z\u00e4umt ein ums andere Mal das Pferd von hinten auf. Und dann denkt man, vielleicht gibt es noch eine andere Art, die Dinge geregelt zu bekommen &#8211; wenn man nur etwas Zeit h\u00e4tte, einmal dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n<p>Ein wundersch\u00f6nes Beispiel wird hier beschrieben:<!--more--><br \/>\n<em>\u201eHier kommt nun Eduard B\u00e4r die Treppe herunter, rumpeldipumpel, auf dem Hinterkopf, hinter Christopher Robin. Es ist dies, soweit er wei\u00df, die einzige Art treppab zu gehen, aber manchmal hat er das Gef\u00fchl, als g\u00e4be es in Wirklichkeit noch einen andere Art, wenn er nur mal einen Augenblick lang mit dem Gerumpel aufh\u00f6ren und dar\u00fcber nachdenken k\u00f6nnte. Und dann hat er das Gef\u00fchl, dass es vielleicht keine andere Art gibt. Jedenfalls ist er jetzt unten angekommen [&#8230;]. Winnie-der-Pu.\u201c<\/em>\u00a0[1]<\/p>\n<p>Na, ertappt? Wie oft bin ich schon &#8211; rumpeldipumpel &#8211; im metaphorischen Sinne &#8211; derart die Treppe herabgekommen. Langsam ist es Zeit f\u00fcr einen<\/p>\n<h3>STOP!<\/h3>\n<p>Timothy Gallwey spricht in seinem Buch &#8216;Inner Game Coaching&#8217; [2] in diesem Zusammenhang von Handlungsautomatismen und stellt sich die Frage, wie wir uns vom Tunnelblick unserer Automatismen abkoppeln k\u00f6nnen. Er empfiehlt\u00a0<strong>STOP<\/strong>\u00a0&#8211; als das beste Tool der Welt. Das Akronym steht bei ihm f\u00fcr:<\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>S<\/strong>tep back<\/td>\n<td>&#8230; Tritt einen Schritt zur\u00fcck<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>T<\/strong>hink<\/td>\n<td>&#8230; Denk nach<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>O<\/strong>rganize your thoughts, and<\/td>\n<td>&#8230; Ordne deine Gedanken und<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>P<\/strong>roceed<\/td>\n<td>&#8230; Fahre fort<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-295\" style=\"border: 0px;\" title=\"EmergencyStop\" alt=\"\" src=\"http:\/\/happycentric.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/emergencystop.jpg?w=300\" width=\"154\" height=\"141\" \/>Gallwey empfiehlt diese STOPs zu allen m\u00f6glichen Gelegenheiten:\u00a0<em>&#8220;Ein STOP kann beliebig lange dauern. F\u00fcr einen kurzen STOP gen\u00fcgen schon ein paar Sekunden. Zum Beispiel: W\u00e4hrend sie an einem Projekt arbeiten, klingelt das Telefon. [&#8230;] Ein Zweisekunden-STOP erm\u00f6glicht Ihnen, sich zu fragen, ob Sie in diesem Moment wirklich abnehmen wollen. [&#8230;] Ein mittlerer STOP gibt Ihnen Zeit, \u00fcber eine Situation nachzudenken und sie zu bewerten, bevor Sie (wieder) aktiv werden. [&#8230;] Von Zeit zu Zeit sollten Sie sich einen gro\u00dfen STOP g\u00f6nnen, um Ihre Themen aus einer eher strategischen Perspektive zu betrachten.&#8221;<\/em>\u00a0[2]<\/p>\n<p>Wem das noch zu akademisch klingt, f\u00fcr den gibt es im folgenden konkretere Handlungsanweisungen. In einer freien \u00dcbersetzung des Vorworts in Howard Chapelle: Boatbuilding, New York 1941 [3] fand ich folgenden Hinweis f\u00fcr Bootsbauer, der im wahrsten Sinne des Wortes in die gleiche Kerbe haut:<br \/>\n<em>&#8220;In jeder Bootswerkstatt sollte ein bequemer Sessel als &#8220;Sorgenstuhl&#8221; stehen, von dem aus das Boot betrachtet werden kann, wo der Bootsbauer sitzen, rauchen, Kautabak kauen, trinken oder fluchen kann, je nach den Erfordernissen des Augenblicks. Hier sollte er oft sitzen und \u00fcber die n\u00e4chsten Arbeiten nachdenken.<br \/>\nDie Baupl\u00e4ne sollten zur Hand sein, und hier kann er seine Arbeit vorbereiten. Indem er so vorgeht, wird er h\u00e4ufig Fehler erkennen, bevor sie wirklich ernsthaft werden, und so dem Fluch aller Amateurbootsbauer entgehen: einen Abschnitt zu beginnen, bevor man wirklich wei\u00df, was getan werden muss, um es richtig zu tun.&#8221;<\/em>\u00a0[3]<\/p>\n<p>Also STOP! Raus aus dem Hamsterrad. Abstand gewinnen, bis man mal wieder B\u00e4ume\u00a0<em>und<\/em>\u00a0Wald sieht. Und mit diesem Abstand die Dinge aus einem neuen Blickwinkel, einer neuen Perspektive betrachten. Nach Handlungsalternativen suchen. Denn: Wenn wir uns diese Zeit nicht nehmen, nicht ab und zu mal STOP! denken oder rufen, dann ergeht es uns immer wieder wie Pu dem B\u00e4ren, der hier die Treppe auf eben die Art wieder hinaufgeht, auf die er anfangs herabgekommen ist:<\/p>\n<p><em>&#8220;Er seufzte ganz tief, hob den B\u00e4ren am Bein auf und ging zur T\u00fcr, wobei er Winnie-den-Pu hinter sich herzog. [&#8230;] und einen Augenblick sp\u00e4ter h\u00f6rte ich Winnie-den-Pu \u2013 rumpeldipumpel \u2013, wie er hinter ihm die Treppe hinaufging.&#8221;<\/em>\u00a0[1]<\/p>\n<p><em>Literatur:<\/em><br \/>\n<em>[1] A. A. Milne: &#8216;Pu der B\u00e4r&#8217; Gesamtausgabe, \u00fcbersetzt von Harry Rowohlt, Hamburg 2009<\/em><br \/>\n<em>[2] W. Timothy Gallwey: &#8216;Inner Game Coaching&#8217;, allesimfluss-Verlag 2010<\/em><br \/>\n<em>[3] Howard Chapelle: &#8216;Boatbuilding&#8217;, New York 1941<br \/>\n<\/em><em>Foto\u00a0\u00a9\u00a0http:\/\/www.sxc.hu<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal steht man einfach auf dem Schlauch. Ist mit der Nase so dicht dran, dass man den Wald vor B\u00e4umen nicht mehr sieht. L\u00e4uft und l\u00e4uft auf immer gleiche Weise im Hamsterrad oder z\u00e4umt ein ums andere Mal das Pferd von hinten auf. 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