Aller zwei Wochen planen wir unsere Arbeit sehr genau. Und wir setzen alles daran, die Entwicklung unserer Software agiler, flexibler zu gestalten. Wir schreiben sauberen Code. Wir begrüßen Änderungen („Hallo, du kleine Änderung! Schön, dich kennenzulernen!“). Wir stehen im Daily Scrum. Wir pokern um Story Points („… – 5 – 8 – 13 – …“). Wir beseitigen Hindernisse. Wir bauen potentiell auslieferbare Teile unseres Produkts. Wir reden sogar mit dem Kunden. Und wir inspizieren und adaptieren ohne Unterlass.

Und jetzt sollen wir auch noch agil spielen? Geht das nun nicht wirklich zu weit? Was sollen uns Spiele noch bringen, was wir nicht ohnehin schon wüssten?

Meteoritenhagel

Meteoritenhagel

Werfen wir einen Ball in die Runde und lassen wir ihn im Zickzack fliegen dass ihn jeder einmal fängt und weiterwirft bis der Ball den Ausgangspunkt wieder erreicht.
Hat sich jeder gemerkt, von wem der Ball kam und an wen er ihn weitergegeben hat? Gut! Dann noch einmal auf der gleichen Bahn.
Der Ball beginnt zu kreisen. Ihm folgen weitere. Zwei, drei, vier, … Bälle fliegen nun durch den Kreis. Immer auf der gleichen Bahn. Und schon haben wir eine Projektsituation. Ball verfehlt. Nicht gefangen. Sofort entsteht Stau, weil sich mehrere Bälle in einer Hand treffen. Es kommt Unruhe ins Projekt. Dann wieder Ruhe, Rhythmus, Flow. Die Bälle ziehen ihre Bahn. Plötzlich schießt von irgendwoher mit einem „Kannst du mal eben …?“ ein unerwarteter, ungeplanter Ball heran. Hektik. Stress. Wie im richtigen Leben, oder?

Was macht das mit uns? Wir sind mit einem Mal fokussiert. Sind mittendrin im ‚Ball-Projekt’. Wir synchronisieren uns mit unseren Werfern und Fängern. Wir optimieren. Passen an. Wir glühen. Und – mal ehrlich – wir lächeln!

Es bleibt ein Schub Energie zurück. Wir fühlen uns wie neu aufgeladen.

(Agile) Spiele können somit eine Metapher für unser tägliches Tun sein. Und eine Testumgebung, in der man hemmungslos experimentieren kann. Sie sind einfache Modelle für alltägliche Projektsituationen. Durch sie werden agile Praktiken und Werte erlebbar, spürbar. Sie vermitteln uns neue Erfahrungen und öffnen neue Horizonte – ohne viele Worte.

Und sie machen Spaß! Meistens jedenfalls. ;o)

Also Agilität erleben statt erklären – spielerisch.

* Vielen Dank an Christian Maier (inner game Institut) für den “Kannst du mal eben …”-Ball.

Leave a reply

required